Gedichte

Liebesgedicht von Gottfried Benn

Elisabeth.

 

Meines heißen, wilden Herzens

Sünd‘ u. Sehnsucht wollt‘ ich nun

Dir in Deine Hände geben:

Nimm es hin u. laß es ruhn.

 

Sollt’st es wissen, daß mein Leben

Friedlos, einsamsmüd‘ verderbt,

Daß mein schäumender Lebensbecher

Auch von Sünden schon verfärbt.
Doch jetzt dacht‘ ich. Daß ich Liebe

Sünd‘ u. Sehnsucht nun durchtollt,

Daß ich nun in Deine lieben

Hände alles legen sollt‘!

 

Doch du sagst, Du darfst nicht nehmen

darfst nicht – wie mein Herz auch litt –

Tränen nur und tote Träume

Nehm‘ ich heut‘ beim Abschied mit.

 

Ihr treuer Gottfried Benn.

Marburg, 5. 8. 1904

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